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Tageseinrichtungen ans Netz

Auch für Kindertageseinrichtungen gewinnt der Internetanschluss zunehmend an Bedeutung, sei es für die Erleichterung der Verwaltung und die Erreichbarkeit per E-Mail, sei es zur Beschaffung von Informationen für das pädagogische Personal. Aber auch für die pädagogische Arbeit mit den Kindern gibt es immer mehr interessante Angebote, z.B. die interaktive Online-Hörschule für Kindergartenkinder des Bayerischen Rundfunks unter http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/spezial/beitraege/boerni/. Darüber hinaus ist das Internet inzwischen Bestandteil der Lebenswelt von kleinen Kindern, denn in vielen Haushalten ist ein Internetzugang vorhanden.

Kindertageseinrichtungen handeln deshalb ganz im Sinne ihres Bildungsauftrags zur Vermittlung von Medienkompetenz, wenn sie bereits Vorschulkindern einen Eindruck davon ermöglichen, wozu es gut oder vielleicht auch nicht so gut ist, online zu gehen. Natürlich brauchen die Kinder dabei die Unterstützung durch das Fachpersonal, denn ohne die Kompetenz zu lesen, zu schreiben und in vergleichsweise komplexer Weise vernetzt zu denken ist ein ausschließlich selbst bestimmter Gebrauch des Internets durch Kindergartenkinder kaum vorstellbar – ganz abgesehen von den möglichen Gefährdungen durch das Internet und den gebotenen Überlegungen zum Thema Jugendschutz.

Weil bereits Mitte der 1990er Jahre absehbar war, dass das Internet für Bildungsprozesse und Bildungseinrichtungen immer wichtiger würde, haben am 18.04.1996 das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Telekom AG die Initiative "Schulen ans Netz" ins Leben gerufen, um die allgemein- und berufsbildenden Schulen mit Internetanschlüssen auszustatten. Dies ist mittlerweile geschehen; für die Schulen sind Anschluss und Internetznutzung kostenfrei. Im Mittelpunkt stehen nunmehr für die Schulen die interne Vernetzung und ein auf Dauer angelegtes und für den Schulalltag mit möglichst wenig Aufwand verbundenes IT-Management.

Tageseinrichtungen sind von der Initiative nicht betroffen und, es muss leider gesagt werden, an eine Ausweitung des Nutzerkreises ist nicht gedacht. Die Kosten für einen Internetanschluss erscheinen für Tageseinrichtungen dennoch nicht unüberwindlich hoch. Im Prinzip werden vier Dinge benötigt, um ins Internet zu gelangen (Kobbeloer 2004): ein Computer, ein Modem für die Telefonsteckdose oder eine Netzwerkkarte, die mit dem ISDN- oder DSL-Anschluss verbunden wird (in neueren Computern in der Regel bereits eingebaut und vorinstalliert), ein Internetbrowser, der die Internetseiten anzeigt (diese Software ist in der Regel kostenlos und in neueren Geräten ebenfalls meist schon installiert), und schließlich den Internetzugang selber durch einen Vertrag mit einem Internetanbieter, d.h. Provider.

Für Wenigsurfer – und um solche dürfte es sich bei Tageseinrichtungen durchweg handeln – wird sich eine Flatrate nicht lohnen. Die Stiftung Warentest hat in ihrem Heft 10/2004 die Preise verschiedener Anbieter verglichen und berichtet für Wenignutzer bei den Einwahlkosten eine Preisspanne von 7,67 bis 16,95 EUR im Monat – bei einem Zugang über Modem oder ISDN. Hinzu kommen die Kosten für das Surfen nach Onlinezeit. Laut test gehen Gelegenheitsnutzer am besten mit Internet-by-call ins Netz. Es wird dann jedes Mal der günstigste Provider gewählt wie beim Telefonieren. Angebote gibt es schon für 1 Cent/min oder noch weniger.

Nimmt man an, dass ein Kindergarten das Internet 8-10 Stunden in der Woche nutzt, dann fallen im Monat max. 24 EUR Nutzungskosten an oder insgesamt mit Einwahlkosten monatlich ca. 30-40 EUR. Bei einem Zugang über DSL dürfte sich daran nur wenig ändern.

Literatur

Kobbeloer, M.: Die KiTa am Netz. In: Rieder-Aigner, H. (Hrsg.): Zukunftshandbuch Kindertageseinrichtungen. Regensburg: Walhalla 2004, 42. AL, Kap. I.13, 14 Seiten

Qualität kontra Preis. test, Heft 10/2004, S. 32-37


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