Arbeitsschwerpunkt  „Qualität für Schulkinder in Tageseinrichtungen“

Dieser IFP-Arbeitsschwerpunkt hat zum Ziel, die Weiterentwicklung der Qualität der Kindertageseinrichtungen zu unterstützen, die für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern im Schulalter zuständig sind. Das können Horte, Tagesheime oder altersgruppenübergreifende Häuser für Kinder bzw. Familienzentren sein. Es kann sich auch um Kooperations- und Vernetzungsmodelle mit schulischen Ganztagsangeboten handeln, so insbesondere mit offenen und gebundenen Ganztagsschulen, an denen die Kinder- und Jugendhilfe, vor allem Horte und Tagesheime, beteiligt ist.

Mit diesem Arbeitsschwerpunkt sind am IFP folgende Personen  befasst:

Dr. Andreas Wildgruber (primärer Ansprechpartner)
Andrea Schuster
Dr. Jutta Lehmann
Eva Reichert-Garschhammer

Die nachfolgend im Einzelnen vorgestellten Projekte und Aktivitäten am IFP erfolgen zum Teil in Kooperation mit dem Schulbereich, insbesondere dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB).

Wissenschaftliche Begleitung der Modellprojekte „Kooperation von Ganztagsschulen mit Angeboten der Jugendhilfe“

Das Forschungsprojekt wurde im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) und des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) gemeinsam mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) 2013 bis 2015 durchgeführt. Ziel war es, an 13 Standorten in Bayern Kooperationsmodelle zwischen gebundenen Ganztagsgrundschulen und Angeboten der Jugendhilfe, wie z.B. Horten und Tagesheimen, zu untersuchen. Zentrale Fragen waren:

  • Was sind Gelingensbedingungen der Kooperation von gebundener Ganztagsgrundschule und Hort/Tagesheim?
  • Wie führt diese Kooperation zu tragfähigen Lösungen für den Ganztagsbetrieb?
  • Unter welchen Bedingungen wird ein Mehrwert für Jugendhilfe und Schule durch diese Kooperation erzeugt?
  • Welche Anforderungen sind notwendig, um einen weiteren Ausbau derartiger Kooperationsprojekte voranzutreiben?

Hierzu wurden leitfadengestützte Gruppeninterviews mit Schul- und Tagesheim- bzw. Hortleitungen, mit Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften sowie mit Eltern geführt.  Die Ergebnisse wurden im Abschlussbericht an die beiden beauftragenden Ministerien dargelegt.

Veröffentlichungen aus dem Projekt

Reichert-Garschhammer, E. & Wildgruber, A. (2015). Gelingensbedingungen einer guten Kooperationspraxis von Hort und Ganztagsschule. Theorie und Praxis der Sozialpädagogik (5), 22-26.

Wildgruber, A. (2017). Schulkindbetreuung bzw. Hort und Grundschule im Dialog. In M. Wertfein, A. Wildgruber,  C. Wirts & F. Becker-Stoll (Hrsg.), Interaktionen in Kindertageseinrichtungen (S. 124-137). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Wildgruber, A. & Kron-Sperl, V. (2015). Wissenschaftliche Begleitung der Modellprojekte „Kooperation von Ganztagsschulen mit Angeboten der Jugendhilfe“. Bericht zu den Datenerhebungen im Schuljahr 2014/15. Interner Abschlussbericht an das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sowie das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Evaluation des offenen Ganztagsangebots als Kombi-Modell von Jugendhilfe und Schule (OGTS-Kombi)

Das wissenschaftliche Begleitprojekt zur Einführung des OGTS-Kombi-Modells wurde im Kita- bzw. Schuljahr 2015/2016 im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) sowie des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) durchgeführt.

Zu untersuchen war, wie das Kombi-Modell an den beteiligten sieben Standorten umgesetzt wird, welche Erfahrungen dabei gemacht werden und wie das Modell aus den Perspektiven aller Beteiligten bewertet wird. Dazu wurde eine Evaluation in Form einer einmaligen Online-Befragung der Schulleitungen, Leitungen und Träger der Nachmittagsangebote, Lehrkräfte, pädagogischen Fachkräfte und Erziehungsberechtigten gemeinsam mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) durchgeführt.

Im StMAS-Auftrag wurden darüber hinaus auch die Schulkinder und Kommunen zum Kombi-Modell befragt. Die Befragung der Schulkinder erfolgte in den beteiligten Tageseinrichtungen tabletgestützt.

Veröffentlichungen aus dem Projekt

Wildgruber A, (2016). Evaluation des offenen Ganztagsangebots als Kombi-Modell von Jugendhilfe und Schule (OGTS-Kombi). Teilbericht der tabletgestützten Befragung der Kinder.

Wildgruber, A. (2016). Evaluation des offenen Ganztagsangebots als Kombi-Modell von Jugendhilfe und Schule (OGTS-Kombi). Ergebnisse der Befragung der Kinder und Kommunen. Interner Abschlussbericht an das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

Wildgruber, A., Gschwind, P., Magister, C. & Schiffhauer, S. (2017). Evaluation des offenen Ganztagsangebots als Kombi-Modell von Jugendhilfe und Schule (OGTS-Kombi). Interner Abschlussbericht an das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

BiSS-Verbund „Voneinander Lernen durch kooperative Sprachbildung und -diagnostik von Ganztagsgrundschule und Hort/Tagesheim

Im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „BiSS – Bildung durch Sprache und Schrift“ in Bayern wurde im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) der BiSS-Verbund „Voneinander Lernen durch kooperative Sprachbildung und -diagnostik von Ganztagsgrundschule und Hort/Tagesheim“ gebildet und fachlich begleitet. 

Nähere Informationen zur BiSS-Initiative und zur Konzeption des Vorhabens dieses BiSS-Verbundes finden sich hier.

Projekt „Weiterentwicklung der Hausaufgabenpraxis in Horten und Häusern für Kinder“

Das IFP-Projekt unterstützt die Weiterentwicklung der Hausaufgabenpraxis in Horten und Häusern für Kinder in Bayern und generiert dabei Erkenntnisse zu gelingender Praxis. Es sollen Konzepte entwickelt werden, um insbesondere die Qualität der Prozesse zwischen Fachkräften und Kindern und zwischen den Kindern (Interaktionsqualität) sowie mit den weiteren Hausaufgabenbeteiligten zu verbessern. Daran beteiligt sind 12 Horte und Häuser für Kinder aus Stadt und Landkreis Rosenheim.

Das Projekt ist als „Aktionsforschungsprojekt“ (Posch & Zehetmeier, 2010) angelegt. Kennzeichnend für diese wissenschaftliche Vorgehensweise ist, dass

  • die beteiligten Einrichtungen ihre Fragestellungen und Handlungsschwerpunkte selbst bestimmen,
  • die Verantwortung für Veränderung bei ihnen liegt und sie ihre eigene Praxis systematisch selbst untersuchen,
  • eigene Praxis systematisch hinterfragt wird und andere Perspektiven einbezogen werden auf der Grundlage einer forschenden Haltung (Boeckmann, 2010),
  • Handlung und Reflexion, Entwicklung und Forschung in enger Beziehung zueinander wirken.

Mehr Informationen erhalten Sie über den Projektflyer, das Projektposter vom IFP-Fachkongress 2017 und den Fachbeitrag im IFP-Infodienst 2017.

Veröffentlichungen

Wildgruber, A. (in Druck). Auf die Fachkraft-Kind-Interaktion kommt es an. klasseKinder! Das Praxismagazin für die Schulkindbetreuung, 4/2017.

Wildgruber, A. & Schuster, A. (in Vorb.). Interaktionen mit Schulkindern in der Hausaufgabenzeit. IFP-Infodienst – Bildung, Erziehung, Betreuung von Kindern in Bayern, 22.

Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren für Schulkinder

Auch Tageseinrichtungen für Schulkinder haben nach Art. 11 Abs. 3 und Art. 13 Abs. 2 BayKiBiG den Auftrag, die Lern- und Entwicklungsprozesse der Kinder zu beobachten und zu dokumentieren. In den Bayerischen Bildungsleitlinien (BayBL)  und dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BayBEP), die auch für Horte gelten (§ 14 Abs. 2 AV BayKiBiG), wird dieser Auftrag konkretisiert.

Um die Praxis bei der Wahrnehmung dieser bedeutsamen Aufgabe zu unterstützen, wurden im Jahr 2016 die auf dem Markt verfügbaren Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren für Schulkinder in Tageseinrichtungen am IFP analysiert und bewertet. Schlussfolgerungen wurden im IFP-Infodienst 2016 im Fachbeitrag „Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren für Schulkinder“ vorgestellt. Auch der „Datenschutz im Kontext von Beobachtung und Dokumentation“ wurde im gleichnamigen Beitrag, insbesondere mit Fokus auf die Kooperation mit der Schule, dargestellt. 

Veröffentlichungen

Reichert-Garschhammer, E. (2016). Datenschutz im Kontext von Beobachtung und Dokumentation. IFP-Infodienst – Bildung, Erziehung, Betreuung von Kindern in Bayern 21, 23-24.

Wildgruber, A. (2016). Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren für Schulkinder. IFP-Infodienst – Bildung, Erziehung, Betreuung von Kindern in Bayern, 21, 15-22

Staatsinstitut für Frühpädagogik

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