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Steuerung von Trägerqualität durch Evaluation


Mitarbeiter im Projekt

Dr. Bernhard Nagel (Projektleitung),  

Dr. Inge Schreyer (Projektkoordination), Tel. 089/99825-1940, E-Mail

Dipl.-Psych. Anna Spindler, Tel. 089/99825-1947, E-Mail

Pamela Oberhuemer, Pädagogin (Univ. London)

Qualitätsentwicklung durch Evaluation

Angestoßen von Bundesfamilienministerium und unterstützt von einer ganzen Reihe von Bundesländern und Trägerverbänden sowie von einzelnen Kommunen, hat das Trägerprojekt dieser "Nationalen Qualitätsinitiative" Qualitätskriterien für die Arbeit von Kita-Trägern bestimmt und Verfahren zur Qualitätsfeststellung entwickelt. Mit dem Qualitätshandbuch "Träger zeigen Profil" und den dazu gehörenden Evaluationsinstrumenten liegen nun Materialien bereit, die Trägern Hilfestellungen bieten, die Qualität der eigenen Arbeit systematisch weiterzuentwickeln und damit ihr Profil zu schärfen.

Im Qualitätshandbuch wird das vielfältige Aufgabenspektrum der Trägerarbeit umfassend dargestellt. Die Aufgaben umfassen folgende Bereiche:

  1. Organisations- und Dienstleistungsentwicklung
  2. Konzeption und Konzeptionsentwicklung
  3. Qualitätsmanagement
  4. Personalmanagement
  5. Finanzmanagement
  6. Familienorientierung und Elternbeteiligung
  7. Gemeinwesenorientierte Vernetzung und Kooperation
  8. Bedarfsermittlung und Angebotsplanung
  9. Öffentlichkeitsarbeit
  10. Bau und Sachausstattung

Das Konzept zur Weiterentwicklung der Trägerqualität (TQ-Ansatz) umfasst ein Instrument zur Selbstevaluation und ein Verfahren zur externen Validierung dieser Selbsteinschätzungen. Mit dem Instrument zur Selbstevaluation können Träger eigenverantwortlich in den Prozess der Qualitätsfeststellung und -entwicklung einsteigen. Die externe Validierung, die vom Träger angefragt wird, kann Klarheit schaffen, ob die Einschätzungen in der Selbstevaluation realistisch sind. Praktische Erfahrungen mit den entwickelten Materialien zeigen, dass sich viele Trägermitarbeiter Beratung und Unterstützung bei dem Prozess der Qualitätsentwicklung wünschen. Dieser Bedarf sollte sinnvollerweise von den vorhandenen Netzwerken und Institutionen gedeckt werden (Trägerverbände, Fachberatung, Qualitätsbeauftragte, Fortbildner).

In der Implementierungsphase werden die bereits entwickelten Verfahren für Träger im Feld verankert. Ziele einer Implementierungsphase sind:

  • Träger zu motivieren, Qualitätsentwicklungsprozesse in ihrer alltäglichen Arbeit zu etablieren und
  • Träger zu befähigen, Evaluation zur Weiterentwicklung der Trägerqualität sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen, sowie
  • Unterstützungsstrukturen für Träger im Feld aufzubauen.

Fortbildungen für Träger und Multiplikatoren

Individuelle Workshops für Träger

Trägervertreter/innen, die sich einen Überblick über das Thema Qualitätsentwicklung in der Trägerarbeit verschaffen möchten, können an kompakten und individuell auf die eigene Situation abgestimmten Workshops teilnehmen. In zwei Fortbildungstagen werden dabei die Aufgabendimensionen der Trägerarbeit und das Thema Qualitätssicherung und –entwick­lung durch Evaluation vermittelt. Die Fortbildung wird von zwei Referenten des Projekts geleitet; Organisation und Koordination der Veranstaltung übernimmt der jeweilige Kooperationspartner. Zur Wissensvermittlung werden Präsentationen, Kleingruppenarbeit und Diskussionsrunden eingesetzt.

Zu Inhalten und Aufbau der individuellen Workshops 

Zielgruppe

Trägervertreter/innen, Fachberater/innen, Fortbildner/innen; Quali­täts­beauftragte

Zielsetzung

In dieser Veranstaltung finden die Teilnehmer einen Einstieg in das Thema Quali­tätsentwicklung in der Trägerarbeit. Neben den Aufga­benbereichen der Trägerarbeit bildet der zielgerichtete und effektive Einsatz des Selbst­evaluationsinstruments einen Schwerpunkt der praktischen Arbeit.

Inhalte

  • Qualitätssicherung und –entwicklung in der Trägerarbeit
  • Aufgabenbereiche der Trägerarbeit ("Trägerprofil")
  • praktischer Einsatz und Anwendung des Selbstevaluationsverfahren zur Qualitätsentwicklung
  • Trägerqualität und Bildungsqualität
  • Transfer der vermittelten Inhalte und Methoden auf die eigene Arbeitssituation

Methoden

Vorträge, Präsentationen und Moderation, Einzelarbeit, Gruppenarbeit

Dauer

2 Tage, ca. 30 TeilnehmerInnen

Der Workshop wird von 2 ReferentInnen des Projektes "Trägerqualität" durchgeführt.


Multiplikatorenschulungen

In der Implementierungsphase spielt die Professionalisierung des Praxisfeldes eine zentrale Rolle. Bisher wurden zusammen mit sieben Kooperationspartnern Multiplikatorenschulungen organisiert und durchgeführt und damit (bis Ende 2006) insgesamt 143 TQ-Multiplikatoren ausgebildet. Außerdem führt das Projekt Workshops für Träger durch, die einen Einstieg in das Thema Qualitätssicherung und –entwicklung in der Trägerarbeit bieten. Bis Ende 2006 haben insgesamt 980 Trägervertreter/innen, Fachberater/innen und Einrichtungsleiter/innen an solchen Workshops teilgenommen.

Zu Inhalten und Aufbau der Multiplikatorenschulungen

Zielgruppe

  • Fachberater und Fachberaterinnen, Fortbildner und Fortbildnerinnen, Qualitätsbeauftragte
  • Voraussetzungen: Erfahrungen in Fragen des Qualitätsmanagements, Beratungskompetenz und die entsprechende Felderfahrung

Zielsetzung

Qualifizierung für die Beratung und Begleitung von Trägern im Prozess der Qualitätsentwicklung;

Inhalte

  • Qualitätssicherung und –entwicklung in der Trägerarbeit
  • Aufgabenbereiche der Trägerarbeit ("Trägerprofil")
  • Einsatz und Anwendung des Selbstevaluationsinstruments
  • Einsatz und Anwendung des Instruments zur externen Validierung
  • Beratungs- und Unterstützungsstrategien für Träger
  • Informieren und Akzeptanz schaffen
  • Vertiefungsthemen (wie bspw. Konfliktmediation, Moderation, Motivation…)
  • Transfer auf die eigene Arbeitssituation

Methoden

Vorträge, Präsentationen und Moderation, Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Rollenspiele; Fallsupervision;
Die Zeit zwischen den Schulungsblöcken soll dazu genutzt werden, Praxiserfahrungen zu sammeln.

Dauer

7 - 10 Tage, unterteilt in 2 Blöcke plus Follow-Up

Je nach Vorerfahrungen der Teilnehmer ist der Kurs für 7-10 Schulungstage konzipiert. Das Konzept der Schulung ist auf eine Teilnehmerzahl von 30 Personen ausgelegt. Die Multiplikatorenschulung wird von 2 oder 3 Referenten des Projektes durchgeführt. So kann gewährleistet werden, dass die unterschiedlichen Zielgruppen (z.B. Teilnehmer, die hauptsächlich Trägerberatung anbieten wollen genauso wie Teilnehmer, die stärker an der Weiterverbreitung des TQ-Ansatzes durch Fortbildung interessiert sind) intensiv betreut werden und so individuelle Lernprozesse in optimalem Maße gefördert werden können. Die Referenten des Multiplikatorenkurses waren an der Entwicklung und Erprobung der Instrumente im Projekt "Trägerqualität" beteiligt und können so Wissen und Strategien aus "erster Hand" vermitteln. Die geschulten Multiplikatoren werden auch im weiteren Verlauf durch Follow-Up Workshops begleitet und unterstützt.

Die Multiplikatorenschulungen wurden fortlaufend evaluiert.

Publikationen und Downloads

Träger zeigen Profil

Qualitätshandbuch für Träger:

W.E. Fthenakis, K. Hanssen, P. Oberhuemer & I. Schreyer (Hrsg.) (2003). Träger zeigen Profil. Fachbuch mit CD. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz.


Selbstevaluationsinstrument für Träger:

Hier finden Sie

  • die Papierversion des Selbstevaluationsinstrumentes "Träger zeigen Profil" (PDF-Datei, 1,79 MB)
  • die Computerversion des Selbstevaluationsinstrumentes "PC-Version" (ZIP-Datei, 2,16 MB)


Weitere Publikationen:

Schreyer, I. (in Druck). Steuerung von Trägerqualität durch Evaluation - "Träger zeigen Profil". KiTa aktuell (HRS)

Schreyer, I. & Spindler, A. (2007). Evaluationsbericht der Workshops. IFP-Berichte 15/2007. München: Staatsinstitut für Frühpädagogik.
Hier finden Sie den Bericht:

Schreyer, I. & Spindler, A. (2007). Evaluationsbericht der Multiplikatorenschulungen. IFP-Berichte 14/2007. München: Staatsinstitut für Frühpädagogik.
Hier finden Sie den Bericht:

Schreyer. I. & Kalicki, B. (in Vorbereitung). Trägerqualität. In: A. Krenz (Hrsg.) Handbuch für Erzieherinnen. München:Olzog.

Kalicki, B. & Nagel, B. (2006) Vielfältig und bunt - die Landschaft der Kita-Träger in Deutschland. In M. Hugoth & X. Roth (Hrsg.) Handbuch für Träger. München, Kronach: Wolters-Kluwer.

Schreyer, I., Spindler, A., Oberhuemer, P. & Hanssen, K. (2006). Gute Kindertageseinrichtungen brauchen gute Träger - Perspektiven und Instrumente aus dem Projekt "Trägerqualität" in M. Hugoth & X. Roth (Hrsg.) Handbuch für Träger. München, Kronach: Wolters-Kluwer.

Schreyer, I. und Projektmitarbeiter (2006). Steuerung von Trägerqualität durch Evaluation. Projektdarstellung auf der homepage von "Kindergarten Heute", Freiburg: Herder.

Schreyer, I., Kalicki, B., Nagel, B. & Oberhuemer, P. (2006). Qualitätsentwicklung in der Arbeit der Träger von Kindertageseinrichtungen. KiTa aktuell (HRS), 7/8, 148- 152.

Schreyer, I., Kalicki, B., Nagel, B. & Oberhuemer, P. (2006). Qualitätsentwicklung in der Arbeit der Träger von Kindertageseinrichtungen. KiTa aktuell (BY), 10, 211-214 (Neuabdruck von KiTa aktuell HRS, 10/2006).

Schreyer, I., Kalicki, B., Nagel, B. & Oberhuemer, P. (2006). Qualitätsentwicklung in der Arbeit der Träger von Kindertageseinrichtungen. KiTa aktuell (MO), 10, 196-201 (Neuabdruck von KiTa aktuell HRS, 10/2006).

Kalicki, B., Schreyer, I., Hanssen, K., Oberhuemer, P. & Nagel, N. (2006). Zur Bedeutung des Trägers für die Arbeit seiner Tageseinrichtung. KiTa aktuell (NRW), 10, 196-199.

Kalicki, B., Spindler, A., Schreyer, I., Oberhuemer, P. & Nagel, B. (2005). Qualitätsentwicklung beim Träger von Tageseinrichtungen. Krippenjournal/Journal des Crèches. Mitteilungsorgan des Schweizerischen Krippenverbands, Heft 2/05, S. 2-4

Schreyer, I. und Projektmitarbeiter (2005). Qualitätsentwicklung bei Trägern im System der Tageseinrichtungen für Kinder. in D. Darmstadt & G. Muth (Hrsg.) KiTa JahresPlaner, München, Kronach: Wolters-Kluwer.

Nagel, B., Schreyer, I., Spindler, A. Hanssen, K. Oberhuemer, P. & Kalicki, B. (2005). Die Qualitätskriterienkataloge und Evaluationsinstrumente des Projektes "Trägerqualität" der nationalen Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungne für Kinder. Dokumentation für KTK.

Kalicki, B., Jäger, R., Hanssen, K., Nagel, B., Schreyer, I. & Oberhuemer , P. (2004). Ergebnisbericht zur bundesweiten Befragung von Rechtsträgern im System der Tageseinrichtungen für Kinder. München: Staatsinstitut für Frühpädagogik.

Hier finden Sie den Bericht:

Kalicki, B., Jäger, R., Hanssen, K., Nagel, B., Schreyer, I. & Oberhuemer, P. (2004). Ergebnisbericht zur bundesweiten Befragung von Rechtsträgern im System der Tageseinrichtungen für Kinder. IFP-Berichte 13/2004. München: Staatsinstitut für Frühpädagogik

Nagel, B. (2004): Trägerverantwortung für Bildungsqualität. in: KiTa aktuell (BY), 16 (3), 60-62.

Schreyer, I. & Spindler, A. (2004). Qualitätsentwicklung in der Arbeit der Träger von Kindertageseinrichtungen. KiTa aktuell, BY, 6/2004, S. 139-141.

Spindler, A., Schreyer, I., Oberhuemer, P., Nagel, B., Kalicki, B. & Fthenakis, W.E. (2004) Qualitätsentwicklung in der Arbeit der Träger von Kindertageseinrichtungen. KiTa Spezial, 4/2004, S. 23-26.

Spindler, A., Schreyer, I., Oberhuemer, P., Nagel, B., Kalicki, B. & Hanssen, K. (2003). Instrument zur externen Validierung der Selbstevaluation. München: Staatsinsitut für Frühpädagogik.

Hier finden Sie den Bericht:

Schreyer, I., Hanssen, K., Kalicki, B., Nagel, B. & Oberhuemer, P. (2003). Trägerqualität - Ein Ansatz zur Steuerung vo Qualität durch Evaluation, in: W.E. Fthenakis (Hrsg.), Elementarpädagogik nach PISA, S. 352-371. Freiburg: Herder.

Oberhuemer, P. (2003). Was mach einen guten Träger aus? Ein Beitrag aus Teilprojekt V der Nationalen Qualitätsinitiative. Theorie und Praxis der Sozialpädagogik, 2, S. 43-45.

Staatsinstitut für Frühpädagogik (Hrsg.) (2003). Qualitätsentwicklung im Kontext einer Großstadt. München: Staatsinstitut für Frühpädagogik.

Oberhuemer, P. (2002). Trägerqualität und Qualifizierungsfragen: Implikationen aus dem Teilprojekt V der Nationalen Qualitätsinitiative, in: W.E. Fthenakis & P. Oberhuemer (Hrsg.). Ausbildungsqualität. Strategiekonzepte zur Weiterentwicklung der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, S. 299-306. Neuwied: Luchterhand.

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