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Staatsinstitut für Frühpädagogik


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Qualifizierungsprogramm für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
zur Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans
für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen

Mit dem Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren legt Hessen erstmalig in Deutschland einen Bildungs- und Erziehungsplan vor, der die Altersspanne von Geburt bis Ende der Grundschulzeit umfasst und damit vorschulische und schulische Bildung sowie die Tagespflege und Familienbildung besser miteinander verzahnt. Der Plan wurde in einer 1½-jährigen Erprobungsphase auf seine Praxistauglichkeit und Verständlichkeit hin überprüft und wird gegenwärtig basierend auf den Erkenntnissen aus dieser Phase überarbeitet. Um die Umsetzung des Plans auf Landesebene zu optimieren, ist eine Unterstützung der Fach- und Lehrkräfte durch gezielt dafür qualifizierte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geplant.


Zielsetzung

Ziel der Qualifizierungsmaßnahmen ist es, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dazu zu qualifizieren, die Inhalte des Bildungs- und Erziehungsplans gemäß seiner Philosophie in die Praxis umzusetzen. Besonders vertieft werden daher die Grundlagen des Bildungs- und Erziehungsplans. Darüber hinaus erfolgt darauf basierend eine Vertiefung einzelner Schwerpunkte des Plans.


Zielgruppe

Die Qualifizierungsmaßnahme richtet sich an Personen aus dem Vorschul- und Schulbereich, die (möglichst) Erfahrungen im Bereich der Fort- und Weiterbildung haben. Die Zugehörigkeit zu einer Struktur (im Vorschul- oder Schulbereich) ist ausdrücklich gewünscht (z.B. Fort- und Weiterbildungsinstituten, Ausbildungsstätten, Schulämter, Jugendämter).




Inhalt des Qualifizierungsprogramms

Das Qualifizierungsprogramm für die zukünftigen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren basiert auf dem Bildungs- und Erziehungsplan und beinhaltet insgesamt 25 Module, von denen sich 10 Module auf die Grundlagen des Plans (Grundlagenmodule) und 15 auf die einzelnen Schwerpunkte des Plans (Schwerpunktmodule) beziehen.

Alle Module basieren auf den Grundsätzen und Prinzipien des Plans. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Philosophie (Verständnis von Bildung und Lernen, Bild vom Kind, die Charakteristika des Plans), die dem Bildungs- und Erziehungsplan in Hessen zugrunde liegt, ist daher Grundlage für die Bearbeitung aller Module, die das Qualifizierungsprogramm umfasst.

Es handelt sich dabei im Einzelnen um folgende Module:

Grundlagenmodule:

1. Grundsätze und Prinzipien des Plans

2. Stärkung kindlicher Kompetenzen

3. Lernmethodische Kompetenz

4. Resilienz: Stärkung kindlicher Widerstandsfähigkeit

5. Bildungspläne im Vergleich

6. Gestaltung von Bildungsprozessen mit Hilfe von spezifischen und allgemeinen Ansätzen

7. Beobachtung, Dokumentation und Evaluation von Bildungsprozessen

8. Vernetzung und Kooperation mit unterschiedlichen Lernorten

9. Gestaltung von Übergängen

10. Kindliche Partizipation

Schwerpunktmodule
(entsprechen den Lernfeldern im Bildungs- und Erziehungsplan, eine detaillierte Beschreibung findet sich dort)

11. Emotionalität und soziale Beziehungen
12. Gesundheit
13. Bewegung und Sport
14. Lebenspraxis
15. Sprache und Literacy
16. Medien
17. Bildnerische und darstellende Kunst
18. Musik und Tanz
19. Mathematik
20. Naturwissenschaften
21. Technik
22. Religiosität und Werteorientierung
23. Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur
24. Demokratie und Politik
25. Umwelt


Ablauf des Qualifizierungsprogramms

Die Qualifizierung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren beginnt im September 2007 und endet im Juli 2008.

Die Durchführung der Qualifizierung erfolgt, ganz im Sinne der Grundsphilosophie des Plans, auf ko-konstruktivem Weg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aktiv an der Entwicklung des Curriculums beteiligt und qualifizieren sich damit als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Zu den einzelnen Modulen werden so Praxis-Materialien von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst mitentwickelt, wodurch ein Grad höchster Vertrautheit mit den Inhalten und Grundsätzen des Plans gewährleistet wird.

Aus organisatorischen Gründen ist es nicht möglich, dass jeder Multiplikator bzw. jede Multiplikatorin an der parallelen Entwicklung aller Module miteinbezogen wird. Daher werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Erstellung von "Modulclustern", bestehend aus fünf Modulen (2 Grundsatzmodule, 3 Schwerpunktmodule) beteiligt sein, wobei bereits in der Bewerbung eine bevorzugte Auswahl der Schwerpunktmodule genannt werden kann.

Die unterschiedlichen Module werden in Kleingruppen erarbeitet, wobei an jedem einzelnen Modul je 4 Personen, an einem Modulcluster je 20 Personen beteiligt sind.

Neben der Gruppenarbeit innerhalb der Modulgruppen, finden Präsenzveranstaltungen statt, die (um eine berufsbegleitende Qualifizierung zu ermöglichen), in einem Block an 2 Tagen (Freitag und Samstag) durchgeführt werden (insgesamt 5 Blockveranstaltungen Freitag/Samstag).


Zeitplan

I. Phase: Einführung

II. Phase: Entwicklung der Module

III. Phase: "Professionalisierungstage"

IV. Phase: Weiterentwicklung und Umsetzung der Module


Begleitung und Steuerung

Die zentrale Steuerung und Organisation erfolgt durch die gemeinsame Geschäftstelle "Bildungs- und Erziehungsplan in Hessen". Diese wird gegenwärtig eingerichtet, genauere Informationen dazu werden noch bekannt gegeben.

Die inhaltliche Begleitung, Konzeption und Supervision erfolgt durch das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP).


Finanzierung

Die Kosten für das Qualifizierungsprogramm werden vom Hessischen Sozialministerium und Hessischen Kultusministerium übernommen.


Abschluss

Das Qualifizierungsprogramm wird mit einem Zertifikat als Multiplikatorin bzw. Multiplikator zur Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans von 0 bis 10 Jahren in Hessen abgeschlossen.


Bewerbung

Die Bewerbungsunterlagen sollten folgende Informationen enthalten:
(Bitte die Angaben auf einem gesonderten Deckblatt angeben)

1. Persönliche Angaben

2. Angaben zur Institution (z.B. Fort- und Weiterbildungsinstitute, Ausbildungsstätte, Schulamt, Jugendamt) und Struktur (z.B. Vorschul- oder Schulbereich, Tagespflege, Familienbildung oder freiberufliche Tätigkeit)

3. Angaben zu Schul- und Berufsausbildung

4. Kurzer Abriss über den beruflichen Werdegang und die wichtigsten Fort- und Weiterbildungen

5. Erfahrungen als Referentin bzw. Referent im Bereich der Fort- und Weiterbildung (sofern vorhanden)

6. Kurzbeschreibung des aktuellen Arbeitsfeldes und der aktuellen Aufgaben

7. Erfahrungen (falls zutreffend) mit der Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplan in Hessen

8. Nennen der bevorzugten Schwerpunktmodule (siehe "Inhalt Qualifizierungsprogramm")

9. Nennung (falls zutreffend) eigener Veröffentlichungen

10. Empfehlungen, Referenzen und Zertifikate

11. Falls Sie bei einem Träger angestellt sind, bitten wir um den Nachweis der Zustimmung des Arbeitgebers.


Bitte senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen bis spätestens 29.06.2007

entweder per E-mail an Dagmar.Berwanger@ifp.bayern.de

oder postalisch an:

Dr. Dagmar Berwanger
Staatsinstitut für Frühpädagogik
Winzererstraße 9
80797 München



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