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Pädagogische Arbeit mit Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) -
Hilfen und Anregungen zur Erstellung einer Konzeption
Hans Eirich

Warum arbeiten wir mit Informations- und Kommunikationstechnik?

Unter "Informations- und Kommunikationstechnik" (IuK) verstehen wir alles, was uns ermöglicht, Informationen zu bekommen und zu verarbeiten, miteinander zu kommunizieren oder auf die Umwelt durch elektronische oder digitale Geräte einzuwirken. IuK ist mehr als Computer. Sie spielt in unserem Leben eine große Rolle, sie erweitert unseren Handlungsspielraum und sie entwickelt sich rasch weiter. Wir wollen die Kinder deshalb dabei unterstützen und darauf vorbereiten, die Welt der IuK zu verstehen, Erfahrungen darin zu machen und aktiv Beiträge dazu zu leisten. Dabei sollen sie lernen, kommunizieren und die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben.


Ziele

Die Kinder werden dazu angeregt, sich über die Einsatzmöglichkeiten von IuK im Alltag zu informieren und diese im Einzelfall zu erkennen. Sie werden darin bestärkt, Computer, programmierbares Spielzeug und verwandtes Gerät zu gebrauchen. Dadurch sollen Lernprozesse und soziale Interaktionen in Gang gesetzt und unterstützt werden. Die Lernergebnisse werden klar und systematisch dokumentiert.

Im Einzelnen wollen wir Folgendes erreichen:

  • Kinder gebrauchen IuK als Werkzeug oder Hilfsmittel für bestimmte Formen des Lernens und entwickeln die Kenntnisse und Fertigkeiten, die dafür nötig sind.
  • Kinder entwickeln ein Verständnis dafür, zu welchen Zwecken Informations- und Kommunikationstechnik im Alltag verwendet wird.
  • Durch den Umgang mit einer breiten Palette von technischen Geräten und Produkten, die Kindern vertraut und die für sie leicht verständlich und zugänglich sind, erwerben sie Wissen über Technik und deren Funktionsweise.
  • Damit sich die wirkliche Welt im kindlichen Spiel widerspiegelt, wird IuK ins Rollenspiel integriert.
  • Kinder und Fachpersonal werden zum Gebrauch des Internets angeregt, damit sie Informationen recherchieren und Wissen erwerben und damit Lernprozesse unterstützt werden.
  • IuK soll die Kommunikation stärken - mit Eltern, anderen Institutionen, Fachkollegen in anderen Einrichtungen, unter den Kindern und zwischen den Kindern und dem Fachpersonal.
  • Die Kinder werden zur Zusammenarbeit angeregt, sie sollen andere an ihrem Wissen, ihren Fertigkeiten, ihrem Spaß und ihrer Freude teilhaben lassen.
  • Beim Gebrauch von Computern und informationstechnischen Geräten wird großer Wert auf die Entwicklung angemessener Fähigkeiten und Fertigkeiten gelegt, damit das Kind die technischen Apparate unter Kontrolle hat anstatt umgekehrt. Informations- und Kommunikationstechnik ist ein integrativer Teil der gesamten pädagogischen Arbeit in unserer Einrichtung.

Methoden

Das pädagogische Angebot der Einrichtung spiegelt den Entwicklungsstand von IuK in unserer Alltagswelt wider. Die Kinder haben Zugang zu technischem Gerät, Computern und programmierbarem Spielzeug und können damit unbefangen, vertrauensvoll und selbstbewusst umgehen. Der Gebrauch von Computern und sonstigem elektrischen Gerät wird aus pädagogischen, gesundheitlichen und Gründen der Sicherheit zeitlich begrenzt. Wo immer es möglich ist, wird Informations- und Kommunikationstechnik in unterschiedliche pädagogische Aktivitäten integriert. Sie wird in Rollenspiele einbezogen. Die pädagogischen Fachkräfte sind den Kindern dabei behilflich, die Informationstechnik zu benutzen und auf diese Weise individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten auszubilden.


Planung

Die kurz-, mittel- und langfristige Planung schließt die Informations- und Kommunikationstechnik ein. Sie ist neben ihrer Bedeutung für die sonstigen, in der pädagogischen Konzeption verfolgten Bildungs- und Erziehungsziele auch von spezifischem Interesse. Für jedes Kind wird der Leistungs- und Entwicklungsstand aufgezeichnet. Diese Dokumentation ist Grundlage für die weitere Planung.


Beurteilung und Dokumentation

In den Aufzeichnungen über den Entwicklungsstand eines jeden Kindes sind das Wissen über die Informations- und Kommunikationstechnik und die für deren Gebrauch nötigen Fähigkeiten und Fertigkeiten enthalten. Diese Dokumentation wird für die Planung und die Zusammenarbeit mit den Eltern herangezogen. Informationstechnische Geräte können für die Aufzeichnung des Leistungsstands der Kinder verwendet werden, z.B. eine Digitalkamera und Computersoftware.


Gleiche Chancen und Differenzierung

Alle Kinder haben gleichen Zugang zur technischen Ausstattung, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Kultur oder ethnischer Zugehörigkeit, Behinderung und sozialer Herkunft. Es können jedoch Vorkehrungen getroffen werden, dass Kindern mit besonderen Bedürfnissen Vorrang eingeräumt wird. Besondere Bedürfnisse können gegeben sein bei Behinderung, bei Herkunft des Kindes aus einem sozial benachteiligten Milieu oder bei einer Benachteiligung aufgrund des Geschlechts, die im unterschiedlichen Zugang von Jungen und Mädchen zu technischen Geräten sichtbar werden kann.

Differenzierungen können in einer Gruppe vorgenommen werden durch individuelle Erziehungspläne und Verfahren der Festsetzung von Erziehungs- und Bildungszielen.


Personalentwicklung

Alle Mitglieder des Personals nehmen an Fortbildungen teil, die sie dazu qualifizieren, Informations- und Kommunikationstechnik zur Planung und Durchführung der pädagogischen Arbeit, zur Dokumentation kindlichen Verhaltens, zur Kommunikation und zur Recherche von Information einzusetzen. Frau/Herr XY koordiniert die Maßnahmen der Personalentwicklung.


Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Für die Eltern, die schon Kinder in unserer Einrichtung haben oder künftig vielleicht haben werden, für Studierende und Praktikanten, die etwas über unsere Einrichtung erfahren wollen, gibt es eine Website, die regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht wird. Es kann auch eine Videokassette mit Informationen über die Einrichtung zur Verfügung gestellt werden.


Ansprechpartner

Informations- und Kommunikationstechnik: Frau/Herr XXX
Website: Frau/Herr YYY


Quelle

Der Beitrag ist die deutsche, überarbeitete Fassung der ICT Policy for CENTRE X von John und Iram Siraj-Blatchford (s. Anhang A des Abschlussberichts des KidSmart-Projekts KidSmart: The Phase 1 UK Evaluation 2000-2001, Final Project Report , Prepared for IBM United Kingdom Limited, November 2001).



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